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10 Meter mehr

In den letzten Jahren hat sich im Golfsport viel getan, wenn es um die Länge der Abschläge geht. Die Schlägerfirmen haben schon lange viel Geld in die entsprechende Forschung gesteckt. Neue Schlägerköpfe (inzwischen von USGA und R&A reguliert), neue Schäfte, neue Bälle, selbst verbesserte, schwungunterstützende Kleidung gibt es zu kaufen. Auf Spielerseite hat universitäre Forschung neue Erkenntnisse zur Golfschwungtechnik und zum Bewegungsablauf ergeben wie Spieler ihren Schwung noch besser ausführen können und wie sehr spezifisches, individuelles Muskelaufbautraining dem Spieler nicht nur mehr Kraft und Beweglichkeit für Länge und Konstanz gibt, sondern wie ein solches Training überhaupt die Voraussetzung zum Ablauf der modernen Golfbewegung schafft.

Während Spieler wie Phil Mickelson, Ernie Els oder Vijay Singh zum Anfang der Längenrevolution, zwischen 1997 und 2003, mehr als 30 Meter an Länge hinzu gewannen, ging diese Revolution am „Normalgolfer“ größtenteils vorbei.

10 Meter an Länge auf einen 250 Meter Abschlag zu gewinnen sind gerade einmal 4% Längenzuwachs. Das scheint nicht übermäßig viel zu sein und doch ist die Länge für die meisten Golfer ein Buch mit sieben Siegeln.

Mentale Aspekte

Die erste Priorität im Mentaltraining ist immer das Erlangen von Konstanz, die Verbesserung des Spiels und der Ergebnisse unserer Klienten. Aber auch im Mentaltraining gibt es Gedanken wie wir den Spielern zu ein wenig mehr Länge verhelfen können, wenn es so gewünscht ist.
Wir wissen inzwischen sehr viel mehr über die mentalen Prozesse, die in einem Golfer vorgehen, um seine Distanz positiv zu beeinflussen.
Im mentalen Bereich geht es um Balance – innere Balance – die es ihnen ermöglicht ihre Kraft, ihre Technik und ihr Equipment tatsächlich optimal einzusetzen.

Vor einigen Jahren betreute ich eine ehemalige Auswahlspielerin aus Schleswig Holstein bei einer deutschen Meisterschaft. Es wurden 36 Löcher am Tag gespielt und nach der ersten Runde des zweiten Tages war der Kommentar der Spielerin, dass sie ihren Schläger kaum noch in die Luft bringen konnte, so physisch am Ende war sie, was in diesem Fall medizinische Gründe hatte. Sie wollte unbedingt am Nachmittag spielen und fragte, ob ich etwas für sie tun könnte. Wir arbeiteten ca. 15 Minuten an ihrer inneren Balance und dem Gleichgewicht zwischen linker und rechter Gehirnhälfte, bevor sie wieder auf den Platz musste. Nach der Runde berichtete sie, dass sie sehr gut gespielt und den Ball „teilweise unfassbar weit geschlagen hatte“. Wie lässt sich das erklären und wie können sie die Länge ihrer Schläge positiv beeinflussen?

Kraft anwenden, aber wie?

Kraft anzuwenden, ist in unserem täglichen Leben oftmals gleichgesetzt mit Anstrengung und Mühe. Wenn wir zum Beispiel eine Getränkekiste in die Wohnung tragen, ist dies mit Muskelkraftaufwand verbunden, der direkt auf ein Objekt ausgeübt wird.
Länge in Golf kann jedoch nur durch eine hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit, gepaart mit zentriertem Impakt des Schlägerkopfes auf den Ball in Kombination mit hoher Zielgenauigkeit erreicht werden. Es geht also um eine Mischung aus Länge und Präzision. Das „kleine bisschen Mehr“ wird oftmals nur in bestimmten Situationen gesucht bzw. gebraucht.

Der korrekte Ablauf einer auf Länge ausgelegten Bewegung im Golf wird dadurch begünstigt, dass sie „loslassen“ können. Wenn der Schläger mit hoher Beschleunigung zum Ball gebracht wird, ist die instinktive Reaktion der meisten, dass sie den Schläger festhalten oder fester greifen wollen. Dieses etwas festere Greifen, verhindert jedoch dass sich die schnellen Muskeln in Armen und Händen optimal, zielgenau und schnell bewegen können.

Übung zum Mitmachen

Eine Übung, die sie hier zur Verbesserung einsetzen können, ist, das sie ihren Griffdruck auf einer Skala von 0 bis 10 definieren und diesen dann im Golfschwung so lange wie möglich konstant halten. Eine andere, ähnliche Übung wäre mit einem sehr lockeren Griffdruck die Schwungbewegung zu machen und den Schläger in Richtung Ziel loszulassen – fliegen zu lassen. Diese zweite Übung machen sie aber zunächst bitte nur, wenn nichts und niemand in ihrem Umfeld ist, da sie am Anfang nicht genau wissen, wo der Schläger landet.

Ein weiterer Weg, um das Erlernte, Trainierte und Erkaufte optimal einsetzen zu können, ist die Entspannung. Sie sollten sich in einer Art innerer Balance befinden. Die beste Übung hierzu ist einfaches, tiefes und entspanntes Atmen. Am besten durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmen. Auf diese Art und Weise versorgen sie ihr Blut mit ausreichend Sauerstoff, was sich wiederum positiv auf die Geschmeidigkeit ihrer Muskulatur auswirken wird.

Realistische Ziele

Letztlich nehmen sie sich realistische Ziele vor. Wenn sie ihren Abschlag bisher nur ca. 200 Meter schlagen konnten, denken sie sich nicht, dass sie den Ball ab morgen 300 Meter weit schlagen werden. Wenn sie einen Schlag über ein Wasserhindernis planen, dann spielen sie ihn so, dass sie sich sicher sind, den Carry auch mit einem durchschnittlichen Schlag zu schaffen. Extra Länge lässt sich nur erreichen, wenn sie sich keine Sorgen um das Ergebnis des Schlags machen.

Wenn sie Spieler wie Martin Kaymer, Matt Kuchar oder Fred Couples scheinbar total sorgenfrei um den Platz gehen sehen, dann liegt das daran, dass sie tatsächlich komplett sorgenfrei über den Platz gehen. Sie entscheiden sich für Schläge von denen sie wissen, dass sie zu 99 oder mehr Prozent gelingen. Wenn diese Voraussetzung geschaffen ist, können sie loslassen und sich, wenn nötig und gewünscht, um ihre 10 extra Meter kümmern. Aus dieser anspannungsfreien Situation lassen sich die gewünschten, positiven Ergebnisse erreichen.

Achten sie einmal auf die Spieler eines PGA Turniers vor dem Schlag zu einem erreichbaren Par 4 Loch. Die Spieler tun alles um einen guten, rhythmischen und langen (muskulär) Schwung zu ermöglichen und sie bleiben in ihrer persönlichen Schlagroutine. Im Golf geht es immer um konstante, schrittweise Verbesserung. Wenn ich mit Spielern an „ein paar Meter mehr“ arbeite, ist dies zumeist darauf bezogen, in welcher Situation es Sinn macht danach zu suchen.

 

Ich habe ihnen einige Übungen aufgezeigt, die sie auf ihrem Weg zu mehr Länge unterstützen können. Wenn sie sich per Golftechnik, Golffitness und Equipment um mehr Länge bemüht haben, dann sollten sie auf jeden Fall auch die mentalen Voraussetzungen schaffen, die es ihnen erlauben, ihre Möglichkeiten auf dem Platz umzusetzen.

Ich wünsche ihnen lange und gerade Schläge und Spaß auf der Runde!

Schmerzfrei Golfen (Mentaltraining)

Wie kann Ihnen Mentaltraining helfen, schmerzfreier Golf zu spielen?

Es gibt zwei Aspekte aus dem Mentaltrainingsbereich, die Ihnen helfen können schmerzfrei Golf zu spielen.
Zum einen geht es darum Verletzungen zu verhindern. Durch das richtige Schwungtraining, Fitnesstraining und vernünftig angepasstes Equipment, sind Sie schon auf einem guten Weg. Wo aber rühren die meisten Verletzungen beim Golf her?
Die meisten Verletzungen die Golfer erleiden stammen entweder aus Überlastungen oder von Abnutzungserscheinungen.
Statistiken zeigen, dass mehr als die Hälfte der golftypischen Verletzungen und Überlastungsschäden während der Beschleunigungsphase des Abschwungs, bis zu einem Moment kurz nachdem der Ball getroffen wird, passieren.
Ein Tennis – oder Golferellenbogen z.B. ist Ergebnis einer Überbelastung.
Wintertraining, das oftmals auf gefrorenem Boden oder auf harten Matten stattfindet und einen hohen Grad an Wiederholungen aufweist, kann durch Überbelastung und Ermüdung ebenfalls zu Verletzungen führen.
Ein übermäßig angespannter Muskelapparat der, in Verbindung mit der hohen Geschwindigkeit die ein Golfschwung produziert, führt nahezu zwangsläufig zu Verletzungen.

Typische Golfverletzungen, wie zum Beispiel der Golf oder Tennisellenbogen, entstehen also oftmals durch zuviel Spannung im Muskelapparat oder durch Überbelastungen und Ermüdung z.B. durch zu viele Wiederholungen beim Üben.
Mentaltraining wiederum kann Ihnen helfen diese hohe innere und äußere Anspannung zu reduzieren.
Wenn Sie zum Beispiel durch gute Atemtechniken lernen Ihren Muskelapparat zu entspannen und mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen, oder wenn Sie lernen, dass gute, individuell angepasste Routinen in Vorbereitung auf Ihren Schlag Ihnen den mentalen Druck, den Sie vielleicht vor einem bestimmten Schlag spüren (siehe „Inselgrün“ oder „1. Abschlag vor Publikum“ usw.), nehmen können, indem sich der gesamte Ablauf ähnlich druckfrei gestaltet wie das morgendliche Zähneputzen.
Wenn  tatsächliche oder empfundene Ängste, wie die Angst vor einer Blamage oder vor dem eigenen Versagen, gelöst werden, werden Sie feststellen, dass sich mentale und physische Anspannungen ebenfalls aufzulösen beginnen.
Es gibt viele Techniken die sie erlernen können, die Ihnen das Golf spielen und üben erleichtern werden und sie dadurch vor Verletzungen schützen.

Übung zum Mitmachen

Machen Sie, wenn Sie möchten, einmal folgende Übung mit, wobei ich Sie allerdings bitten möchte, für einen sicheren Abstand zu allem was Ihnen wichtig, lieb und teuer ist zu sorgen.
Schwingen Sie einen Golfschläger in die Rückschwungposition. Wenn Sie nun, wie die meisten Golfer, den Abschwung mit einem harten, kräftigen Einsatz beginnen, werden Sie feststellen, dass sich die Muskeln in den letzten Fingern Ihrer linken Hand anspannen. In Folge spannen sich nun die Muskeln im linken Unterarm bis hin zur Schulter an. Jetzt ist ein freies Auflösen des Schwungs schon nahezu verunmöglicht. Je höher jetzt die Geschwindigkeit Ihres Abschwungs ist, desto mehr halten die meisten Golfer ihren Schläger fest. Je öfter Sie diese Art der Bewegung machen, desto zügiger wird Ihr linker Ellenbogen schmerzen.
Achten Sie nun jedoch darauf, dass in der ersten Phase des Abschwungs, wo die Beschleunigung in Richtung Ball einsetzt und sich der rechten Ellenbogen (für Rechtshänder) wieder der rechten Hüfte nähert, der Griffdruck in den letzten drei Fingern Ihrer linken Hand konstant, also gleich bleibt, werden Sie feststellen, dass auch die Überbelastung der Muskulatur im linken Unterarm ausbleibt. Der gute Nebeneffekt wird sein, dass sich Ihr Golfspiel ebenfalls verbessert.

Schonbewegungen nach einer Verletzung

Auf der anderen Seite, der Postverletzungsseite, kann Mentaltraining dabei helfen die unterbewusst gesteuerten Schonbewegungen, nach einer Verletzung aufzulösen. Es muss hierbei natürlich gewährleistet sein, dass die Verletzung soweit ausgeheilt ist, dass eine weitere Verletzung auszuschließen ist.
Die Wissenschaft zeigt, dass jede physische Verletzung gleichzeitig eine Art mentales Trauma darstellt, dass zu Vermeidungsbewegungen führt.
Eine derart komplexe Bewegung wie der Golfschwung, kann, schon nach einer vergleichsweise geringen Verletzung am Bewegungsapparat, oftmals nicht mehr mit der gleichen Effizienz ausgeführt werden, wie es vor der Verletzung der Fall war.
Hier können wir heutzutage helfend eingreifen, in dem ein solches Trauma wie es eine Verletzung darstellt, erfolgreich mit Techniken wie zum Beispiel Brainspotting aufgelöst wird.

Wie immer Sie sich entscheiden mental stärker und besser zu werden, freuen Sie sich darüber diesen schönen und gesunden Sport für sich entdeckt zu haben.

Ich wünsche ihnen Pars, Birdies und vor allem Spaß auf der Runde!